Der Fall von Mr. Wright

Bekannt geworden ist der Fall des tödlich an Krebs erkrankten Mr. Wright, dem in einem Krankenhaus in den USA auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin Krebiozen, ein neues »Wunderheilmittel«, verabreicht wurde. Innerhalb nur weniger Tage ging es ihm besser. Der Zustand jener Patienten, denen das Mittel gespritzt wurde, ohne dass sie Hoffnungen und Erwartungen damit verknüpften, änderte sich nicht. Der Tumor von Mr. Wright hingegen war nur wenige Tage nach der Behandlung auf die Hälfte zusammengeschrumpft (»wie Schnee auf einem heißen Ofen<<). Eine so gründliche und schnelle Rückbildung wäre mit keiner noch so intensiven Behandlung möglich gewesen. Mr. Wright verließ das Krankenhaus praktisch geheilt und

kehrte im eigenhändig gesteuerten Flugzeug nach Hause zurück. Später erfuhr er aus einigen Nachrichtensendungen, dass Krebiozen ein höchst umstrittenes Medikament sei. Sein Glaube kam ins Wanken, und nach zwei Monaten verfiel er wieder in seinen ursprünglichen hoffnungslosen Zustand. Da die Ärzte annahmen, sie hätten nichts zu verlieren, verabreichten sie ihm eine »doppelte Dosis« — behaupteten sie jedenfalls. Es handelte sich jedoch um klares Wasser. Und wieder genas Mr. Wright. Seine zweite Heilung war sogar noch viel dramatischer als die erste. Der Patient konnte völlig gesund entlassen werden. Weitere zwei Monate später gab die American Medical Association bekannt, landesweite Tests hätten gezeigt, dass Krebiozen ein zur Krebsbehandlung völlig wertloses Arzneimittel sei. Wenige Tage nach dieser Veröffentlichung starb Mr. Wright. (Achterberg 1987) Dieser Fall macht deutlich, wie dramatisch sich die Wirkung von Placebos und Nocebos gegenseitig aufheben kann — wobei hier offenbar das Nocebo gesiegt hat, das in nicht mehr als einer »Expertenmeinung« bestand.

Es gibt

Ergebnisse aus der berühmten Framington-Studie die besagen, dass diejenigen Frauen, die sich selbst für gefährdet hielten, unabhängig von den geläufigen Risikofaktoren fast viermal so häufig einen Infarkt erlitten. Allein der Glaube, man sei für einen Herzinfarkt anfällig, stellt also einen markanten Risikofaktor dar.

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